Für deine Gedanken

und gegen deine dämonen...

Unsere negativen Gedanken scheinen uns manchmal verschlingen zu wollen. Mit aufgerissenen Mäulern lauern sie uns auf und warten nur darauf, dass wir uns in ihre dunklen Luken verrennen.

Doch selbst in der dunkelsten Nacht hat uns das Universum ein Licht angelassen. Man braucht sich nur darauf zu konzentrieren. Und worauf man sich fokussiert, davon entsteht mehr. So können wir aus eigener Kraft auch oder insbesondere im Düsteren den Dämonen das Maul stopfen.✨🌕

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Und aus dem Nichts übernimmt die Schattenseite das Steuer und lenkt das Gedankenschiff geradewegs in den reißenden Strom des kalten, schwarzen Wasserfalls.🌊

                                                                     

                                                                                  - Maike Harm



Immer was Neues über Mentarrhoe:

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Wackelkandidat

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Das Leben erscheint Dir manchmal vergleichbar mit einem Stromkreislauf - mit Dir als Batterie mittendrin.

Da fungierst Du nun also als Spannungsquelle und siehst zu, dass die Glühlampe immerzu leuchtend erhalten bleibt.

Doch kann so eine Batterie nicht tagtäglich Vollstoff geben und in einer Tour unter Strom stehen.

Es ist (wieder) soweit... Die Depression ergreift Besitz von Dir, schwächt Dich, versucht Dich zu lähmen und nimmt Dir Dein Leuchten. Du gibst Dir Mühe, zu überspielen, wie Du Dich wirklich fühlst, kämpfst, lachst, tarnst und versteckst. Eine Depression hat viele Gesichter. Aber auch dies raubt Dir die Kräfte und nach und nach wirst Du langsamer und langsamer, fühlst Dich erschöpft. Die Sehnsucht nach Ruhe verstärkt sich, ebenso wie Dein Desinteresse an alledem, was um Dich herum und dort draußen so geschieht. Kurz: Du ziehst Dich zurück. Deine Lichtquelle läuft bloß noch auf Sparflamme.

Die Gesellschaft, ihr Verhalten, ihre Worte, die Umstände und die Erfahrungswerte können einen Menschen in die Knie zwingen. Was ich Dir aber versichern kann, ist: Da draußen ist mehr als das, was Du erlebt hast. Da draußen warten Menschen auf Dich, die Dich gern haben, die Dir ihre Zeit schenken und Dir ihre Hand reichen möchten. Wenn Dir die Kraft dafür fehlt, zu strahlen, lass Dir dazu verhelfen, wenn die Zeit gekommen ist. Deine Lieben brauchen Dich!

Deine Lebensenergie steigt an, Du bist motivierter, animierter, stehst auf und versuchst es nochmal. Der Strom beginnt erneut zu fließen, denn die Batterie lädt sich nun auf. Du lachst, erwachst, erblühst und - fällst. Erneut. Hinein ins altbekannte, tiefe Loch. Die Lampe flackert, schwankt zwischen leuchten und erlöschen. Es sieht ganz danach aus, als wärst Du ein Wackelkandidat. Hin und her gerissen zwischen den Polen; der Katode himmelhochjauchzend und der Anode zu Tode betrübt. Führt Letzteres dazu, Dir selbst das Licht ausknipsen zu wollen, ruf Dir in Erinnerung: Das Leben fällt, wohin es will. Also lass es Dir in Deine eigenen Hände fallen und Dir so Deine selbst kreierte Welt formen. Auch wenn sie vorerst im Energiesparmodus steckt.

Auf Standby zu schalten ist besser, als den Stecker zu ziehen.


Sterben wollen, ohne es zu wollen.

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Hä?

Ja, Du hast ganz richtig gelesen. Und dahinter verbirgt sich mehr Sinnvolles als es zuerst scheint. Wie sich so oft viel mehr hinter dem verbirgt, was wir oberflächlich zu sehen bekommen.

Depressionen sind Arschlöcher, insbesondere wenn sie das eigene Urteilsvermögen belagern und die Wahrnehmung derartig verzerren, dass man andere und sich selbst kaum wiedererkennt. Das Übelste sind jene Gedanken, die einen in dem Glauben lassen, nichts, aber rein gar nichts hätte noch irgendeinen Sinn. Eine Stimme flüstert: Es ist ganz einfach. Du musst bloß springen. Oder: Du kannst dem entfliehen. Ich zeige dir, wo die Messer stehen.

Erst erscheint Dir diese Idee absurd. Dann blitzt sie immer mal wieder auf. Und plötzlich beginnst Du, Dich mit diesem Gedanken anzufreunden. Du beginnst diesen Vorschlägen nachzugehen. Diese Vorschläge werden Taten und Deine Taten nach und nach Gewohnheit. Sobald DU wieder bei relativ klarem Verstand bist, geht Dir durch den Kopf, dass Du das alles gar nicht wolltest. Denn Moment mal! Würde diese Stimme Dein Bestes wollen, würde sie Dir keine selbstverletzenden, zerstörerischen Mutmaßungen darbieten. Frage Dich stattdessen lieber: Will ich das hier überhaupt? Hat die Stimme Recht? Ist das wirklich das Beste für mich?

Ich möchte Dir wirklich nichts ein- oder ausreden. Im Gegenteil. Ich möchte Dir Möglichkeiten aufzeigen, wie es auch geht. Ich möchte, dass Du selbst denkst und Dich fragst:

Was ist mein eigener Wille? 

 


Suizid ist eine Lösung - darüber zu reden die bessere.🦋🍃

                           - Maike Harm


Bleiern
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Schwarz ist keine Farbe sondern ein Zustand,
er trägt ein ziemlich langes Gewand.
Schwarz bedeutet die Abwesenheit von Licht.
Wie es aussieht mal wieder auf lange Sicht.

Wenn nichts motiviert,
So ein Zurückfallen passiert.
Mach' die Gedanken wieder frei,
sie wiegen schwer wie Blei.


Ist das Leben nicht schön?

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Hat Dich das auch schon einmal jemand zu fragen gewagt, während Du Dich in einem Wagon auf den Kufen der Abwärtsspiralenachterbahn im freien Fall nach unten befandst und drohtest, schmerzhaft hart auf dem pechschwarzen Boden aufzukommen?

Und Deine Antwort so: "Ja. Das Leben ist nicht schön."

Nein, der Betroffene möchte nicht hören, wie toll das Leben doch ist mit all den Blümchen und Bienchen und wie blau der Himmel ist. Er fühlt sich erschöpft, unbrauchbar, unfähig, möchte möglicherweise sogar sterben. Er möchte wirkliches Interesse an seiner Person, an seinem Empfinden, an seiner Krankheit. Er möchte verstanden werden.

Nein, ich denke mir das nicht aus, diese Art zu empfinden existiert wirklich. Nur weil die Themen Depressionen und Suizid tabuisiert und ignoriert werden, bedeutet das nicht, dass es keine Menschen mit diesen Erkrankungen und Gedanken sowie Versuchen gibt. Es ist sehr wichtig, diese sensiblen Thematiken verstärkt zur Sprache zu bringen, damit sich damit auseinandergesetzt werden kann. So verschwindet die eigene Angst davor von Zeit zu Zeit immer ein wenig mehr.

Also nix mit: "Warum hast du Depressionen? Das Leben ist doch so schön."

Schließlich sagt man auch nicht so etwas Hirnverbranntes zu einem Asthmatiker wie: "Warum hast du Asthma? Es gibt doch genug Luft zum Atmen."


 

 

 

 

Ich finde:

Traurigkeit misst sich nicht in Tränen

und Traurigsein bedeutet nicht immer,

einfach traurig zu sein...


"Es ist so schwer, die Depression Menschen zu erklären, die sie selbst nicht hatten, weil die Depression nicht eine bloße Traurigkeit ist."

                           - J.K. Rowling


Achtsamkeit rettet Leben.

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Was man nicht sehen will, gibt es auch nicht.

Für einige Menschen schwer zu verkraften, aber das ist eine Illusion. Leider sind die Dinge, die wir nicht wahrhaben wollen, dadurch nicht automatisch nicht existent. Natürlich kann man weg schauen und mit der Sache, mit dem Leid des Anderen, nichts zu tun haben wollen. Aber seien wir mal ehrlich... das will man selbst auch nicht erleben, oder?

Stell' Dich nicht so an... Ach, du immer... Du bist immer nur depri... Halt die Klappe, sowas will ich nicht wissen... Komm mal klar...

Wenn man bereits am Abgrund steht, katapultieren den Betroffenen solche unüberlegten, unsensiblen Sprüche in die Tiefe dieses Abgrunds. Gewisse Umstände, Situationen und/oder Vorkommnisse können dazu führen, vom Leben in die Knie gezwungen zu werden, denn jeder geht individuell mit ihnen um. Gedankenkreise und -spiralen wie Was hält das Leben schon für mich bereit? Alles ist sinnlos. Zu nichts bin ich zu gebrauchen. Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden. Ich bin wertlos. stehen da eventuell an der Tagesordnung! Und ja, auch der Wunsch, sterben zu wollen, existiert in mancher Menschen Köpfe. Nur weil wir keine Gedanken lesen können, bedeutet das nicht, dass solche Gedankengänge nicht existieren. Und da wir nun mal keine Telepathen sind, müssen Worte in bestimmten, am besten in allen Situationen und Gesprächen, mit Bedacht gewählt werden. Du möchtest nicht der Auslöser für solche Gedanken oder Taten sein, oder? Dann geben wir gemeinsam Acht, niemanden dazu zu bringen, in den Abgrund zu springen.


Erst zuhören, dann denken und dann reden.

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"Ich fühle mich antriebslos..."

Da hast Du es geschafft, es zu sagen, wie es ist. Du hast Deine Gefühle bzw. Dein Empfinden offengelegt.

Und dann folgt die Ernüchterung:

Denk' nicht so viel darüber nach. Steh' einfach auf und mach' weiter. Lach mal wieder. Geh' raus an die frische Luft. Das wird wieder.

Schnarch... immer dieselbe Leiher. Du kannst es nicht mehr hören. Hat doch der Sauerstoffgehalt nicht unbedingt etwas mit der dunklen Wolke im Kopf zu tun. Der graue Schleier vernebelt die komplette Sicht und lässt jede Situation, jeden Tag, jede Begegnung, jedes Vorhaben, ja, das ganze Leben mit allem Drum und Dran, trist erscheinen. Nichts macht mehr Spaß, man ist nicht mehr motiviert, jeder Schritt kostet unendlich viel Kraft.

Das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber nimm deine Vitamine war einer der Sätze, der es auf meine Liste der dümmsten Sprüche aller Zeiten geschafft hat. Das hört sich nicht nur blöd an, das ist auch tatsächlich saublöd. Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht. Wenn es so leicht wäre, Depressionen zu behandeln, hätten die Obst- und Gemüsezüchter gut zu tun - und Psychologen und Therapeuten gar nichts mehr.

Könntest Du Dir bei einigen Aussagen von Außenstehenden auch bloß an den Kopf fassen? Auch wenn solche Floskeln vermutlich aus Hilflosigkeit oder mangelndem Verständnis entstehen: Gut gemeint kann man nicht mit gut gleichsetzen. Gut gemeint kann manchmal genau das Gegenteil auslösen. Von daher kann ich nur immer und immer wieder mein Appell aussprechen:

Öffnet Eure Herzen für das Unerträgliche und Eure Augen für das, was man nicht sehen kann. Es mag sein: Sehen heißt glauben. Doch manchmal sind die wirklich wichtigen Dinge die, die wir nicht sehen.